Sie kreisen lautlos und träge über den Himmel. Lassen sich einzeln oder paarweise nieder, auf Ästen am Boden und an Plätzen auf denen sie das Geschehen beobachten können. Sie wirken meist bekümmert und sind es nicht. Sie kommen näher um besser zu sehen, wiegen die Köpfen und geben endlich ungefragt Ratschläge.
So lange das Opfer noch etwas Kraft hat meinen sie es nur gut, sie wollen ja helfen, aber nicht mit Taten nur mit Ratschlägen, den auch die sind schon eine große Hilfe, zumindest aus ihrer Sicht.
Manche Opfer hören auf sie, andere halten sich die Ohren zu und retten sich selbst.
Erst wenn das Opfer zu keiner Gegenwehr mehr fähig ist schreiten sie zur Tat. Nun wissen sie woran es fehlt. Sie beginnen am Opfer das herauszutrennen was noch lebt. Geben Ratschläge und träufeln ihr Gift in die Wunden, legen Verbände an und wundern sich das die Wunden schwären.
Das Gift besteht aus ihren unerfüllten Wünschen, ihren vergeblichen Hoffnungen die sie gesammelt haben, ihren zahllosen Enttäuschungen, dieses Gemisch welches mit der Zeit sauer wird, geben sie gerne und ungebeten, denn es hilft ihnen selbst.
Wenn sie ihr Opfer dann zu Tode gepflegt haben, wenn es ihre Ratschläge zu seinem Schaden beherzigt hat, beweinen sie es, wiegen die Köpfe und erheben sich um das nächste Opfer zu retten.
Wer kennt sie nicht diese Totenvögel, die sich oft hinter der Maske guter Freunde verstecken.